Statt Durchhalteparolen, Chancen sehen!

Damit Digitalisierung Schule macht!

Müssen wir da wirklich durch? So jedenfalls wird die Sache mit der digitalen Lehre nicht nur von manchem Stadtoberhaupt gesehen. Nein, wir müssen nicht. Ja, Veränderung ist anstrengend, Neuorientierung zwingt zum Nachdenken.

Die digitale Schule steht – so gesehen – für ziemlich einschneidende Veränderungen. Und doch stellen wir fest, dass es sich lohnt – selbst dann lohnt, wenn nach der Covid-19-Pandemie wieder Schulalltag einkehren sollte. Wir alle haben dann große Schritte getan. Nun könnte man argumentieren, dass das alles mit der Kommune und mit Kommunalpolitik nichts zu tun hat, weil Städte und Gemeinden ja nicht für die Inhalte sondern nur für die Infrastruktur, für Schulgebäude und deren Ausstattung zuständig sind. Na und, wage ich zu fragen? Was hindert uns, uns schneller anzupassen, mehr zu entdecken, innovativer zu denken? 

Warum zum Beispiel werden wir nicht die niedersächsische Vorzeigestadt für digitalen Unterricht, warum ziehen wir nicht alle gemeinsam an einem Strang um mit neuen Ideen etwas Großes zu bewegen? Ja, auch hier mag man mit fehlendem Geld argumentieren! Aber Geld, das ist eben nur die eine Seite. Die andere: Freude daran, Entwicklung zu ermöglichen, weiterzudenken, Bürgerinnen und Bürgern bestmöglich zu unterstützen. 

Für die Schulen heißt das: Wir dürfen Kinder, Eltern und Lehrer gleichermaßen zum Experimentieren ermuntern, auf diese Weise Neues zu ermöglichen. 

Bildung muss in Salzgitter im Mittelpunkt stehen! Warum? Nun, weil wir vor großen Herausforderungen stehen. Unsere Kinder und Enkel werden anders arbeiten, werden vielleicht ganz andere Berufsbezeichnungen haben, sie werden digitaler, ortsunabhängiger und in anderen Branchen ihre berufliche Zukunft finden. Ich würde mir wünschen, dass sie darauf bestens vorbereitet sind! Wenn wir familienfreundlich sein wollen, dann müssen wir die junge Stadtbevölkerung bestmöglich begleiten. 

Ein paar wenige Fragen seien zum Schluss dieses Briefes erlaubt: 

  • Warum haben wir nicht längst mit dem städtischen Arbeitskreis der Schulen noch konsequenter digitale Lehre diskutiert? 
  • Warum arbeiten die Schulen der Stadt nicht gemeinsam mit „ihrer“ Hochschule vor Ort an den Lösungen für morgen? 
  • Auch wenn der ein oder andere Bedenkenträger um die Ecke kommen mag: Warum gibt es nicht längst ein zentrales Rechenzentrum, in dem die guten und positiven Erfahrungen aller pädagogischen Einrichtungen in Salzgitter gebündelt werden, ein Rechenzentrum, das vielleicht sogar die servergebundenen Einrichtungen der Verwaltung gleich mit versorgt?

Hochschule und Schulen zusammenzubringen, das ist im kleinen Fragenkatalog nur als ein Beispiel genannt. Die Hochschule in Salzgitter als Perle zu begreifen und in die städtische Wirklichkeit zu bringen, das wäre übrigens auch eines meiner Ziele. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie das unterstützen können! Ich werde darauf noch in einem späteren Brief zurückkommen.

Viele Grüße,

Ihr

Harald Rau