Bei hohen Inzidenzen muss uns die Krise nahekommen, damit wir alle lernen!

Wer sich nicht schützt, erkennt die Dramatik der Situation nicht. Solche Dramatik aber ist am Ende nur dann für alle auch als solche erkennbar, wenn man sie möglichst konkret vor Augen geführt bekommt.
Nur dann, wenn wir bereit sind, schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle in Erzählungen sichtbar zu machen, werden wir ein Umdenken bei jenen erreichen, die heute Ansteckungsrisiken ignorieren, Kinder mit leichten Symptomen in die Kita oder den Kindergarten schicken oder mal eben ein Wochenende Verwandte im In- oder auch im Ausland besuchen fahren. (Kartenausschnitt: Stadt Salzgitter – Screenshot)

Wo also sind die Berichte, die Filmbeiträge, die Originaltöne von ganz konkreten Fällen in Salzgitter?

Wo sind die Geschichten wie diese, die bei mir aus ganz Europa sehr konkret und lebensnah ankamen, es muss sie doch in Salzgitter geben: Die Kinder und Enkel, die ihre Großmutter in den letzten Lebenstagen nicht sehen und begleiten konnten? Der Arzt, der sich in der eigenen Praxis infiziert hat – und daran gestorben ist? Die junge Frau, mitten im Leben und knapp über 30, die viele Wochen lang arbeitsunfähig war und bis heute nicht in ihrem alten Job arbeiten kann, weil sie bei der kleinsten Anstrengung außer Atem kommt? Der Familienvater, dessen Mutter in kürzester Zeit an oder mit Covid-19 gestorben ist, wie es so schön heißt und der selbst zehn Tage lang mit hohem Fieber zuhause lag, die Fieberphase gefolgt von Atemnot, die sich auch acht Wochen später nur leicht gebessert hat?
Wie können wir erreichen, dass uns die Menschen mit ihren Covid-19-Geschichten nahekommen? Wir müssen sie erzählen, um zu verdeutlichen, wie einschneidend dieses Virus unser eigenes Leben verändern kann, wir müssen sie erzählen, damit wir uns gegenseitig noch besser schützen.

Die Stadt besitzt ein recht gut ausgestattetes Medienzentrum…mehr bliebe hierzu nicht anzumerken.