Schneller nachverfolgen – mit Erfahrungen aus SZ

Aus meiner Sicht zeigt sich in der Covid19-Pandemie, wie wichtig es ist, auch im Bereich Digitales vorn mitzuspielen. Eine erste Empfehlung könnte es also sein, sich der Initiative einer größeren Zahl von Gesundheitsämtern anzuschließen und mit Smartphone-Anwendungen (App) zu arbeiten. Dabei gibt es mehrere Lösungen – meine Hoffnung ist, dass die bereits verbreitete Corona-App mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet wird, so wie dies in jüngeren Meldungen auch immer wieder angeregt wird.

Dies würde auch die Akzeptanz der Handy-Anwendung steigern helfen. Aus meiner Sicht die Ideallösung. Zwischenzeitlich experimentieren zahlreiche Kommunen mit „luca“, einer Anwendung, die ebenfalls helfen kann – aber durchaus auch kritisch diskutiert wird. Hier ein „Screenshot von der Hauptseite“ von „luca“.

PassGo wäre eine Alternative – Dunja Kreiser, Landtagsabgeordnete für Wolfenbüttel-Nord und Bundestagskandidatin auch für Salzgitter bestätigt beim Besuch, dass sich viele Kräfte im Land gerade intensiv um digitale Unterstützung bemühen. Sie erwähnt allerdings auch, dass sie persönlich die PassGo-Lösung favorisiert und darauf hofft, dass eventuell auch Wolfenbüttel als Stadt für eine Pilotanwendung in Niedersachsen ausgewählt wird. Fairerweise also auch ein Screenshot der Leitseite der PassGo-App.

Eine große Zahl von Ämtern hat sich mittlerweile entschieden, sich näher mit den elektronischen Lösungen zu beschäftigen. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Anwendung „luca“ bereits flächendeckend eingeführt, in Niedersachsen sind nach Angaben des NDR die Kommunen Osnabrück und Wilhelmshaven angebunden (Stand: Sonntag, 21.3.2021). Alle Anwendungen sind leicht bedienbar und funktionieren über QR-Codes, die beim Besuch einer Einrichtung oder selbst eines Privathaushaltes eingescannt werden können. Mit Hilfe der gesichert gespeicherten Daten wird die Nachverfolgung erleichtert.

Zwischenzeitlich hat sich aber auch gezeigt, dass insbesondere beim Einsatz in der Gastronomie das Problem besteht, dass der Gastwirt die Kontaktdaten nicht einsehen kann – und damit auch nicht die Plausibilität des Namens beim Besuch überprüfen kann, wie dies eigentlich nach gültiger Corona-Verordnung erforderlich wäre. Darauf weisen Bündnis 90/Die Grünen in Salzgitter hin. Schwachstellen, die bei der „Salzgitter Greencard“ nach Aussagen des zweiten Bürgermeisters der Stadt, Marcel Bürger, nicht vorhanden sind. Diese Greencard wurde bereits im Dezember 2020 in die Diskussion eingebracht – als Kombination aus ID-Karte und mobiler Applikation.

Es steht außer Zweifel, dass das für die Stadt zuständige Gesundheitsamt am Rande der Möglichkeiten arbeitet und überlastet ist, das gilt hier wie anderenortes. Ob hier in der Vergangenheit zu viel oder zu wenig gespart wurde, können wir angesichts der aktuellen Realitäten kaum bestimmen, mein Eindruck ist, dass der Riskopuffer hätte größer sein dürfen – und: Es braucht in einer Großstadt ausgefeilte Aktionspläne für Fälle, wie wir sie aktuell erleben. Doch: Nach vorn schauen!

Wir können schließlich alle dazu beitragen, dem Gesundheitsamt in seinen Bemühungen der Nachverfolgung von Infektionsketten unsere Unterstützung zukommen zu lassen, wenn wir elektronische Unterstützung zulassen. Nach NDR-Informationen hat die Stadt Langenhagen bei Hannover nach Tests ein positives Zwischenfazit gezogen, aus der gleichen Quelle ist zu erfahren, dass beim Landesgesundheitsamt keine Übersicht vorliege, welche Gesundheitsämter bereits mit Luca arbeiteten.

Warum ich aber hier optimistisch bin? Nun, seit beinahe einem Dreivierteljahr hat mein Arbeitgeber, die Ostfalia – Hochschule für angewandte Wissenschaften ein solches System flächendeckend für alle Standorte der Hochschule um- und durchgesetzt. Auch, wenn es seitdem nur wenige Präsenzveranstaltungen gab. An jedem zugelassenen Arbeitsplatz kann ein kleiner QR-Code mit dem Smartphone abfotografiert werden, und alle Studierenden, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter buchen sich automatisch an diesem Arbeitsplatz ein. So wird Nachverfolgung in Bestform möglich. Die Arbeit mit QR-Codes zur Unterstützung der Nachverfolgung und App-Know-how ist in der Stadt also schon heute vorhanden. eine Anfrage zur Kooperation seitens der Stadtverwaltung beim Rechenzentrum der Hochschule gab es nach meiner Kenntnis nicht. In jedem Fall wurde es auf diese Weise möglich, mit ausgefeiltem Hygienekonzept Klausuren zu schreiben, Labore anzubieten und einige wenige auf Technik bauende Seminare anzubieten.

So sieht das Ganze auf dem Bildschirm des Smartphones aus – das Gerät erkennt automatisch den hier auf einen Tisch aufgeklebten Code – einfach anmelden und später wieder abmelden, und schon ist im Nachhinein schnell nachvollziehbar, wer möglicherweise durch Erkrankte gefährdet wurde. Die Sicherheit der persönlichen Daten ist mit dieser Anwendung (ähnlich wie im Luca-Projekt) gewährleistet.

Das Beispiel zeigt im Übrigen auch, wie in diesen Zeiten auch für Verwaltungen das Thema intelliegenter Digitalisierung in den Blickpunkt rückt.

Raumbelegungsplan und QR-Code. In ganz ähnlicher Weise könnte ein digital gestütztes und mit Mobiltelefonen kompatibles System auch beim Einzelhandel, bei Friseuren oder in Öffnungsphasen auch bei Restaurants zum Einsatz kommen. Bei gesichert hinterlegten Daten könnten neben den Kontaktdaten auch Impfstatus oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe hinterlegt werden.

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