„Energie muss nach außen gehen!“

Salzgitter beschäftigt sich zu sehr mit inneren Angelegenheiten und richtet viel Kraft auf die Auseinandersetzung innerhalb der Stadtgrenzen – anstatt mutig die eigenen Werte und Überzeugungen nach außen zu tragen. Dies könnte eine Quintessenz meiner Rede auf dem SPD-Unterbezirksparteitag im Ratskeller von Salzgitter-Bad sein. Die gesamte Rede zum Parteitag gibt es hier als Audioangebot – … Weiterlesen

Einstehen – für Salzgitter, 13. März 2021

Bildmotiv: (c) Ratskeller Salzgitter-Bad

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde und Freundinnen dieser Stadt,

so muss ich Euch ansprechen. Denn schließlich geht es genau darum, um die Zukunft unserer Stadt, um die Zukunft von Salzgitter, in dieser Frage stehen wir als Freunde zusammen.

Danke, dass ich heute hiersein darf. Warum steht dieser Dank ganz am Anfang? Ich erkläre es gern. Hier und heute sitzen, diejenigen, die sich einbringen wollen, 

  • die aktiv anpacken, 
  • die verändern, 
  • die gestalten wollen, 
  • diejenigen, die sich für Salzgitter, für unser Salzgitter stark machen. 

Das was aber noch mehr Bedeutung besitzt: Es sind diejenigen, die Verantwortung übernehmen. Verantwortung, das ist ein großes Wort, ich weiß. Aber darum geht es doch – sich für die eigenen Lebensumstände und damit eben auch für die eigene Heimat verantwortlich zu fühlen. Dies nicht nur zu fühlen – sondern auch aktiv Verantwortung zu ergreifen.

„Verantwortung beginnt genau dann, wenn man keine Gewissheit mehr hat“ – so ähnlich hat das der französische Sozialphilosoph Jaques Derrida formuliert. 

Noch einmal: „Verantwortung beginnt da, wo es keine Gewissheit mehr gibt“. 

Das ist genau das, was wir aktuell in der Pandemie erleben – am Ende wird man häufig für Verantwortungsübernahme geprügelt. Ich möchte mich für Eure Bereitschaft bedanken!

Ihr alle, die Ihr hier heute mit dabei seid, steht für eine solche Art von Verantwortung. 

Ihr engagiert Euch in den Ortsvereinen, Ihr löst Probleme im Kleinen wie im Großen, Ihr geht aktiv in die Auseinandersetzung. 

Nur, um das klar zu machen: Auseinandersetzung ist etwas Gutes, etwas Wertvolles! 

Denn, nur dann, wenn wir uns miteinander auseinandersetzen, kann wirklich Großes entstehen, können wir etwas bewegen. Wir müssen bei jedem Thema alle Seiten beleuchten, alle Aspekte sehen, und das geht nur, wenn wir verschiedener Meinung sind. 

Genau das ist Kommunalpolitik: Eure Bereitschaft zur Auseinandersetzung, um die beste Lösung für Salzgitter zu finden, dafür sage ich Euch schon jetzt, Danke! Was es heißt, diese Auseinandersetzung anzunehmen, möchte ich mit einer kleinen Anekdote aus meinem Lebenslauf bebildern.

Bevor ich an die Hochschule in Salzgitter berufen wurde, habe ich 25 Jahre lang als Journalist, Autor, Reporter und Produzent für Wirtschaftsfilm gearbeitet, ich habe Fernseh-Sendungen formatiert, moderiert und damit auch Preise gewonnen. 

Das aber, was mich vermutlich besonders geprägt hat, war der Beginn meiner Karriere. Ich hatte direkt nach dem Abitur die Möglichkeit bei einer Lokalzeitung einzusteigen, für mich war das seinerzeit – geburtenstarke Jahrgänge ist das Stichwort – eine große Auszeichnung. 

Im Lokalen arbeitest du journalistisch nicht fernab von den Menschen, die es betrifft – sondern unmittelbar an ihrer Seite. Du triffst all diejenigen, über die Du schreibst, zu deren Hintergrund Du recherchierst, alle, die Du kritisierst oder denen Du vielleicht auch ungewünschte Empfehlungen gibst. Alle triffst Du am nächsten Tag, beim Einkaufen, in der Fußgängerzone, beim Bäcker oder Eismann. Dann musst Du Dich den Argumenten, dann musst Du Dich der Auseinandersetzung stellen. Das meine ich. Deshalb habe ich dieses Wort verwendet: Auseinandersetzung.

Es ist in einer Stadt wichtig, in der Kommunalpolitik eine gute, eine wertschätzende Auseinandersetzung zu führen. Uli Leidecker hat gestern auf der Pressekonferenz gesagt, wie wichtig es ist, dafür einen Moderator zu haben, einen Menschen, der in der Lage ist, themen- und sachbezogen zu moderieren, Menschen zusammenzubringen und für Salzgitter das bestmögliche herauszuholen. Denn eines verbindet uns schließlich alle: Wir wollen diese Stadt voranbringen – und ich stehe gerne als dieser Moderator bereit. Deswegen war es mir auch so wichtig, als parteiloser Kandidat anzutreten, unterstützt von jenen Kräften, in denen ich am ehesten meine politische Heimat habe. Ich möchte als dieser Moderator aber auch andere, neue Wählerschichten erschließen, will möglichst viele von jenen erreichen, die sich bislang für andere ausgesprochen haben, oder erst gar nicht zur Wahl gegangen sind. Als Moderator, so mein Verständnis, sollte ich möglichst unabhängig agieren können. Gerade vor diesem Hintergrund sehe ich die Wichtigkeit, dass ich nicht allein von der SPD sondern auch von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt und getragen werde. Ich bin übrigens zur Überzeugung gelangt, dass in der Vergangenheit immer dann besonders viel für Salzgitter bewegt werden konnte, wenn SPD und Grüne an einem Strang gezogen haben. 

Wertvolle Auseinandersetzung also, das wird Eure Aufgabe sein, das ist Eure Aufgabe, in und für Salzgitter – auch dann, wenn es anstrengend wird, weil kluge Lösungen umfassendes Wissen um alle Positionen und Argumente bedürfen. Das heißt auch: Wir alle müssen genau hinhören. 

Das wird dann für mich als Oberbürgermeister dieser Stadt insbesondere gelten. Zuhören – nicht nur auf dem Fußballplatz in der Runde von Freunden, sondern dort, wo die Menschen zuhause sind, wo sie ihr Leben leben und am besten Bescheid wissen, wo der Schuh drückt. Ein Wahlversprechen kann ich Euch heute schon geben. Wenn wir gewinnen, dann schaue ich auch einmal spontan in der Ortschaft, bei Sitzungen der Ortsräte oder bei Bürgerversammlungen vorbei, um genau das zu tun: zuzuhören. Man kann keine gute Kommunalpolitik machen, wenn man alles von außen betrachtet und sich vielleicht lediglich Bericht erstatten lässt. Nirgendwo erfährt man das, was für eine Stadt wichtig ist, auf besserer und näherliegende Weise. Das also wäre mein Versprechen: Ich möchte mit Euch zusammenarbeiten, möchte wissen, was die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt von Euch und von mir erwarten.

Kurzum: Als Oberbürgermeister einer Stadt wie Salzgitter musst Du mit allen reden, musst Du mehr Schwingungen aufnehmen als in Kommunen die homogener gefasst sind. Ihr könnt vor diesem Hintergrund sicher sein, dass ich ebenso der Oberbürgermeister für die Schachtsiedlung bei Ohlendorf, wie für die Anwohner der Hauptstraße in Lobmachtersen (dort wohnen meine langjährigen Vermieter), für die Zukunft des Ziesberges wie für jene des Ringelheimer Schlosses, für Fredenberg und Krähenriede wie Thiede und Steterburg sein werde. Ich will und werde mich bemühen, diese außergewöhnliche Stadt als Ganzes zu repräsentieren. 

In Salzgitter haben wir natürlich genauso Themen, die für wahrhaftig „Große Politik“ stehen: Wasserstoffcampus, Elektromobilität, CO2-neutrale Stahlerzeugung, kurzum: industrielle Transformation in Reinstform. Das ist nur ein Beispiel. Ich hätte auch über Konrad sprechen können, auch das ist „Große Politik“, nein das ist größte Politik. Wilhelm Schmidt, Ihr kennt ihn alle, hat mir kürzlich einen Brief geschrieben und mich einmal mehr ermutigt, für Salzgitter anzutreten und einzustehen. Das hat mich sehr berührt und gefreut, ich weiß um seine Rolle für diese Stadt und für eine zukunftsfähige Politik in dieser Region. Er schreibt, und ich hoffe, lieber Wilhelm, ich darf dies an dieser Stelle zitieren: „Ich gebe zu, das Thema der Atommüllendlager in der Region (Konrad, Asse II, Morsleben) ist ein wenig mein Trauma, die damit verbundenen politischen Aufgaben gehen für uns weiter.“ Wenn wir so wollen, dann spielt im Grunde mit Konrad sogar ein weltpolitisches Kapitel in Salzgitter! Genauso gut können wir natürlich über Klimaschutz sprechen. Stadtentwicklung wäre vielleicht noch besser. Ich werden in vielen Punkten in den kommenden Tagen und Wochen meine Überlegungen und Positionen in Form von kurzen Briefen auf meiner Website harald-rau.online zusammenstellen, damit alle auch wissen, welche politischen Überzeugungen ich vertrete. Stadtentwicklung ist dabei ein Thema, auf das wir sicher mehrfach eingehen müssen, denn unsere Stadt ist besonders, ist außergewöhnlich.  

Zu viele aber auch unter uns denken immer noch:

  • wir seien eine Stadt unter „ferner liefen“, 
  • weit ab vom politischen Weltgeschehen,  
  • im Grunde ein schnöder Landkreis, der am Reißbrett der Nazis als Industrie-Utopia-Stadtkulisse inszeniert werden sollte, 
  • nie so ganz fertig geworden, 
  • nie so richtig angekommen? 

Ich kann Euch sagen, wir sind es dann nicht,

  • wenn wir selbst in unseren Köpfen etwas verändern; 
  • wenn wir unsere Möglichkeiten und Chancen neu definieren; 
  • wenn wir an den richtigen Stellschrauben drehen; 
  • wenn wir aus der Geschichte lernen.

Eine davon kann sein, das weltpolitische Kapitel Schacht Konrad noch einmal aufzuschlagen.

Wenn ich in meinem Leben eines gelernt habe, ist es dieses: Es gibt nichts, was sich mit Blick in die Zukunft nicht verändern ließe. Wer von uns hätte zum Beispiel noch vor zehn Jahren daran gedacht, dass Volkswagen ein Elektroauto-Konzern werden würde, heute gibt es die vermutlich modernste konzeptionelle Plattform für Elektromobilität aus unserer Region. 

Für mich galt und gilt immer: 

Selbst dann, wenn man sich mit erdrückenden bereits getroffenen Entscheidungen konfrontiert sieht, gibt es oft noch einen oder mehrere andere Blickwinkel, die ein Thema wieder öffnen können. Man muss nur Energie hineingeben. 

Als Wissenschaftler weiß man, dass es keine endgültigen Antworten – aber immer unzählige Ideen und Möglichkeiten des Denkens gibt. Für einen Wissenschaftler gibt es kein: Geht nicht! Es gibt nur: Unter den aktuellen Voraussetzungen, mit dem was heute denkbar und möglich ist, finden wir keine Lösung. 

Wir haben das in der Covid-19-Pandemie erlebt. Weltweiter Wettbewerb hat in zuvor nicht vorstellbarer Weise die Impfstoffentwicklung befördert, die uns – Mutationen hin oder her – die Sicherheit gibt, in Zukunft vielleicht noch schneller auf Bedrohungen dieser Art reagieren zu können.

Ihr werdet auch nicht erleben, dass ich Politikerinnen und Politiker angesichts ihrer Corona-Entscheidungen kritisiere, denn diese Entscheidungen werden in Unsicherheit getroffen, morgen kann alles ganz anders aussehen. Ich habe großen Respekt vor allen – und auch vor unserer Landesregierung und vor unseren Parlamentariern, die diese Verantwortung auf sich nehmen.

Danke also auch an Stefan Klein und Marcus Bosse, die das für uns in Hannover tun. Stefan hat im Übrigen nicht wenig Anteil daran, dass ich hier heute stehe, ich sage nur so viel: Er hat Überzeugungsarbeit geleistet, denn wenn man einen wunderbaren Beruf ausüben, wenn man wie ich mit jungen Menschen arbeiten, Forschungsfragen bearbeiten darf, dann, Ihr könnt mir das glauben, dann fällt es nicht leicht, eine Entscheidung wie diese zu treffen, in einen OB-Wahlkampf zu ziehen. 

Auch eine Partei kennt unterschiedliche Strömungen, wir alle wissen das, es ist eine Gemeinschaft von Individuen, umso mehr bin ich dankbar, dass ganz unterschiedliche Vertreterinnen und Vertreter dieser Partei mich schon bis hierher so tatkräftig begleitet haben. 

Liebe Genossinnen und Genossen,

wenn wir im Grunde weltpolitisch schon heute eine Rolle spielen, dann heißt das aber auch, dass andere von uns lernen können, wenn wir hier das eine oder andere richtig machen. Wir wissen alle, dass man nicht immer alles richtig machen kann, aber darum geht es nicht, es geht darum zu machen. Und dafür steht Ihr, und dafür stehe ich mit Euch ein.

Andere können von uns lernen, wenn wir hier das eine oder andere richtig machen. Ich wiederhole diesen Satz, denn, ja, ich bin überzeugt davon: Salzgitter ist es nicht, Salzgitter ist in keiner Weise von sich überzeugt, die Stadt nicht, ihre Bewohner von ihrer Stadt nicht. 

Das will ich und das werde ich ändern. 

Salzgitter hat Selbstbewusstsein verdient. 

Es ist eine lebenswerte, eine disperse, eine bunte Stadt, eine Stadt voller Abenteuer und Möglichkeiten. Ja, wir haben Probleme hier, wenn wir aber nicht lernen, aus Problemen Herausforderungen zu machen, werden wir auch weiterhin scheitern. Herausforderungen sind Dinge, die man vielleicht nicht unmittelbar lösen, die man aber bearbeiten kann. In kleinen Schritten. Zum Beispiel: 

Die Ansiedelung von Dienstleistungsunternehmen wird ein enormer Kraftakt werden. Warum fangen wir nicht mit einem Coworking-Space für Kreativschaffende an?

Die Stadt leidet unter einer nachhaltigen Gründungsschwäche – das ist so, weil Salzgitter eben nicht „cool“ ist. Die Frage muss also lauten: Wie können wir „cool“ werden?

Wenn der Unterschied zwischen Wertschöpfung und Kaufkraft so riesig ist wie in Salzgitter heißt das: Jeder der ein wenig mehr verdient, lebt lieber im Umfeld als in Salzgitter. Was tun? Wir müssen uns überlegen, wie wir noch mehr für diejenigen tun können, von denen wir wollen, dass sie hier leben. Ihr mögt lachen – aber früher gab es einmal ausgewiesene Lehrerwohnungen, damals noch nicht gendergerecht formuliert. Hier verdientes Geld muss wieder hier bleiben! Das wird nicht einfach, aber wir finden die richtigen Schritte.

Ein anderes Thema: Ich weiß, dass ich Digitalisierung zur Chefsache machen muss: Leistungsfähige Ausstattung von Schulen, gute digitale Infrastruktur, digital durchdrungene Stadtverwaltung. 

Die Produktivität in meinem KomMa-Team an der Ostfalia hat in der Pandemie nicht gelitten. Warum? Ganz einfach, weil wir alle unsere Prozesse bereits digital optimiert haben – und dies täglich tun. 

Okay, wir haben an der Hochschule auch mehr als eine Steckdose pro Klassenraum zur Verfügung. Ich weiß, dass manches an beinahe elementaren Grundvoraussetzungen scheitert. 

Liebe Genossinnen und Genossen,

vor mehr als zehn Jahren, als ich hier nach Salzgitter kam, stand die Stadt im Handelsblatt-Ranking auf Platz 271. Und heute? Platz 271! Ich bin mir sicher, dass sich daran etwas ändern lässt. Okay man muss fair bleiben: zwischendrin war es auch einmal Platz 199. 

Ich weiß nicht, wie Ihr es seht: Aber, hat sich in der Stadt in den vergangenen zwanzig Jahren das meiste zum Besseren gewandelt? Lebt es sich besser als vor 20 Jahren hier – und was muss sich ändern, wenn es in fünf Jahren besser sein soll? 

Das müsst ihr mir sagen! Ich würde gerne mit Euch daran arbeiten, dass wir im Städteranking der Republik zulegen, dass wir in zehn oder zwanzig Jahren sagen, ja, vieles ist besser geworden, wenn wir auch nicht alles erreichen konnten, was wir wollten. 

Geld ist dabei nur die eine Seite – ja, auch ich werde mich für einen Altschuldenerlass einsetzen – mir geht es aber um deutlich mehr:

  • Um eine aktive Bürgerschaft, die sich füreinander engagiert, ich glaube hier können wir auch in vielen anderen Bereichen noch viel von den Feuerwehren in Salzgitter lernen.
  • Um Projekte, die aus der Zivilgesellschaft heraus entwickelt werden: Das Projekt Bildungshelden ist für mich zum Beispiel so etwas, für das sich zu kämpfen lohnt.
  • Es geht mir darum möglichst viele einzubeziehen und „mitzunehmen“, in ein übergreifendes Gespräch zu kommen, denn wenn wir alle uns besser kennenlernen, wird das Zusammenleben leichter.
  • Es geht mir auch darum, ansprechbar zu sein, als Stadtoberhaupt und als Stadtverwaltung insgesamt – das hat mit Haltung zu tun und nicht mit Geld.  

Ich wünsche mir ein neues Gemeinschaftsgefühl, und ich fange bei mir an. Ich wünsche mir, dass ich stolz auf meine Heimat bin, weil sie das was sie besonders macht auch zum Leuchten bringen kann. 

Stolz, weil wir aufgrund der außergewöhnlichen Nähe von ländlichen und urbanen Räumen Modellstadt in Europa geworden sind, stolz, weil unsere Bäche und kleinen Flüsse sauberer und naturnaher gestaltet sind als sonst in Niedersachsen, stolz, weil mit unseren Möglichkeiten industrienahe regenerative Energien fördern, stolz, weil wir ein außergewöhnliches Pfund mit dem wir wuchern können, genau zu dem machen, was es ist: ein außergewöhnliches Pfund mit dem wir wuchern können: der Salzgittersee; stolz, weil wir als Salzgitteraner Bürgerinnen und Bürger zusammenhalten, auch wenn jeder von uns mit einer individuellen Geschichte kommt und die Geschichte dieser Stadt – auch das sei hinzugefügt – noch nicht ausreichend genug aufgearbeitet ist. 

Am Rande: Deshalb darf auch das Stadtarchiv nicht länger abgeschoben neben Grünschnitt vegetieren – es muss in die lebendige Gemeinschaft zurückgeholt werden, muss mit seinen Archivalien eine Rolle spielen. Denn wer aus der Geschichte nicht lernt, verpasst die Zukunft!

Liebe Genossinnen und Genossen,

eine solche Entwicklung gelingt jedoch nur, und das sage ich in aller Deutlichkeit. Das alles gelingt nur, 

  • wenn wir uns mehr Selbstbewusstsein gönnen, 
  • wenn wir erkennen, dass wir in vielerlei Hinsicht als Stadt besonders, anders, außergewöhnlich und zukunftsfähig sind. 

Einen Wahlspruch habe ich mir dabei schon gegeben: Wenn wir es hier schaffen, die Gesellschaft nicht auseinanderdriften zu lassen, wenn es uns gelingt, hier ein neues Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, dann schaffen wir das überall! 

Lasst uns morgen damit beginnen! 

Und lasst uns in der kommenden Wahlperiode gestalten statt verwalten!

Noch einmal: Gestalten statt verwalten!

Wir könnten nun über Bildungs-, Kultur- und Innovationspolitik sprechen, uns zu wirtschaftspolitischen Fragen austauschen, die für mich in und für Salzgitter stets arbeitspolitische sein müssen. Wir könnten in die Details gehen, uns dem Klimaschutz widmen, die Frage stellen, wie wir unsere bezaubernde und geologisch hoch interessante Naturlandschaft langfristig erhalten können. 

Ich würde dies gerne mit Euch gemeinsam tun. Lasst uns in seltener Salzgitteraner Einigkeit in diesen Wahlkampf gehen – und lasst uns gemeinsam das Rathaus erobern. Mit Engagement und Verantwortung, mit Themenbezug und klaren Positionen: bei mir stehen Arbeit, Bildung, Digitalisierung, Stadtentwicklung und Kultur oben auf der Agenda, was ist es bei Euch?

Bitte, versteht mich nicht falsch: Wir müssen uns jetzt nicht in Bezug auf jede Frage einig sein, ich sage sogar: wir sollten uns dabei nicht immer einig sein. Demokratie fängt hier an, hier in der kommunalen Gesellschaft. Lasst uns Demokratie leben, lasst uns eine grüne und eine soziale Demokratie leben. In und für Salzgitter in und für unsere Stadt, die längst zu meiner Stadt geworden ist, die mir längst Heimat ist.

Auftakt-Pressekonferenz, 12. März 2021

Livestream und Redetext Redetext zur Pressekonferenz:Ich kandidiere – darum! Ganz einfach – und das ist eine wichtige Erkenntnis aus meinem Leben: Wenn etwas von außen an Dich herangetragen wird, musst Du genau hinhören. Das war so, als ich nach Salzgitter an die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften kam. Ich wollte das nicht. Aber Salzgitter und … Weiterlesen