Kultur & Lebensqualität

Salzgitter ist eine lebenswerte Stadt. Unlängst titulierte mich die Mutter eines Freundes als „Kulturmensch“. Mir selbst war das gar nicht so bewusst, aber vermutlich ist da etwas dran. Ja, ich schätze ein breites kulturelles Angebot und in Sachen Kultur ist Salzgitter nicht wirklich breit aufgestellt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass in regionaler Zusammenarbeit mehr möglich ist, dass wir den kulturellen Reichtum dieser Region nach Salzgitter einladen, um für mehr Vielfalt zu sorgen. Nicht, um mich falsch zu verstehen: Ich habe kein Problem damit, städtische Feste, Feierlichkeiten und Beiträge zur Lebensqualität dem Feld Kultur zuzurechnen, schließlich stehen diese auch für Lebensart und damit kulturelle Identität. Insofern vertrete ich einen breiten Kulturbegriff. Auf dieser Seite also finden Sie zukünftig alle Positionen, Haltungen, Beiträge zu kulturellen Aspekten und Fragen.

Das Wahlprogramm in Kürze:

  • Salzgitter leistet sich einen Skulpturenpark – ich habe mich immer gefragt: warum ist der so weit ab vom Schuss? Warum wird Bildende Kunst nicht mitten in die Lebensrealität in Steterburg, Thiede, Lebenstedt oder Bad geholt? Schließlich soll Kultur für Diskussion sorgen, darf sie Teil einer kritischen Auseinandersetzung sein!
  • Einer der wichtigsten Sätze, die ich in den vielen Gesprächen der jüngeren Vergangenheit gehört habe: “Kultur? Das kann man nur regional betrachten – und da lebe ich in einem phantastischen Kulturraum!” Für ein Wahlprogramm heißt das: Mehr regionale Zusammenarbeit!
    • 1. Ausstellungskooperationen zwischen Museum Salder und den Leuchttürmen der Region (3-Landesmuseen)!
    • 2. Programm-Austausch mit den Theatern aus Braunschweig, Hildesheim, Hannover! Prüfung von Programm-Auskopplungen und Gastspielen!
    • 3. Konsequente Bestandsaufnahme von Spielstätten die für eine regionale Kooperation genutzt werden können (Kulturscheune, Aula am Gymnasium Bad, neu sanierte Aula am Schulzentrum in Fredenberg, Kniestädter Kirche, Einbeziehung von Sportstätten und Mehrzweckhallen, Bühne am See).
    • 4. Eine zentrale Frage, die ich mir immer stelle: Warum gibt es kein Theaterprogramm in Schloss Salder – sei es im Inneren, sei es Open Air? 
  • In der Stadt darf und muss in Sachen Kultur intensiver zusammengearbeitet werden:
    • Zum Beispiel in Kooperation mit den Kirchen: Sakralräume und Gemeindezentren können für Konzerte (E-Musik) und anderes genutzt werden (Vorbild Orgelkonzerte in Ringelheim). 
    • Zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Hochschule, Diskussionsveranstaltungen und Vorträge zu Themen der Stadt initiieren.
  • Architekturhistorisch ist und bleibt Salzgitter ein spannender “Kulturraum” – das kann und darf besser kommuniziert werden! Kulturpolitik ruht nicht nur auf einer breiten gesellschaftlichen Basis, sondern kann diese Basis auch schaffen! Der kulturelle Reichtum Salzgitters ist entwicklungsfähig und wartet darauf, gehoben zu werden. Die ursprünglichen Grubengebäude der Hochschule wurden beispielsweise vom gleichen Büro geplant, wie der berühmte Flughafen Tempelhof, die Lohnhalle ist in ihrer Bauweise weltweit einzigartig. Und selbst heute heruntergekommene Wohngebiete wie der Ziesberg in Bad sind in ihrer ursprünglichen Anlage und Konzeption architekturgeschichtliche Kleinodien. 
  • Salzgitter ist eine Stadt der “Industriekultur”, um einen Begriff der Heimatpfleger in den Braunschweigischen Landen aufzugreifen, die hierfür eine Arbeitsgruppe eingerichtet haben. Man könnte aus dieser Tatsache mehr machen!
  • Alle diese Überlegungen erfordern: Das Stadtarchiv mit seinen Schätzen muss sichtbar werden – es darf nicht länger am Rande einer Grünschnittrampe zwischen Bad und Engerode vegetieren. Zumindest die Archivalien sollten in Ausstellungen, thematischen Konzepten inmitten der Stadt spürbar und lebendig werden!
  • Diese Stadt wird immer mit ihrem oder gegen ihr Gründungstrauma kämpfen – aber ohne Geschichtsbewusstsein und ohne die Aufarbeitung von Vergangenheit gibt es keine Zukunft, da man Möglichkeiten zum Lernen verschenkt.  
  • Kultur ist eine Frage des Engagements aus der Zivilgesellschaft. Eine Stadtverwaltung kann hier nur unterstützen, moderieren, Ideen einbringen – das ist eine zentrale Erkenntnis, die für alle Großstädte in Deutschland gilt. Mein Ziel ist es, Freiräume für Ideen zu schaffen:
    • durchaus  wörtlich gemeint, hieße das, Räume und ihre Verfügbarkeit für kulturelle Angebote anzubieten oder zu prüfen,
    • die unmittelbar auch auf Privatinitiative zurückgehen: Warum also nicht eine private Kunstgalerie, ein Auktionshaus, ein Zentrum für fotografische Kunst, eine Gründungsoffensive für Ateliergemeinschaften, etc. 
    • die bestimmte Berufsgruppen adressieren – zum Beispiel Architekten, denen im Rahmen von Weiterbildungsinitiativen eine “Reise durch die Jahrhunderte” geboten werden kann (Barockschloss) inklusive.
  • Apropos Barockschloss. Hier muss angesichts verfehlter Landespolitik dringend ein neues Kapitel aufgeschlagen werden! Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt schon vor über 25 Jahren reagiert hätte – und die Hochschule statt in Calbecht in Schloss Ringelheim untergebracht hätte (mit direkter Zuganbindung in alle Himmelsrichtungen). Schon damals wurde nicht erkannt welches Kapital darin liegt, einen Hochschulstandort zu besitzen, genauso wenig, wie man erkannt hat, dass ein Barockschloss das perfekte Marketinginstrument sein kann. In Mannheim, meiner Geburtsstadt, ist das Barockschloss Heimat der Universität!
  • Die Insel im Salzgittersee muss sich wieder für Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen empfehlen. Das war schon einmal über viele Jahre in Salzgitter etabliert. Eine Wiederbelebung wäre an der Zeit!
  • Kultur wird “medial” lebendig! Eine engere Verbindung zwischen Kulturangebot und Bürgermedien ist ein Muss.

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