Stadtentwicklung

Stadtentwicklung, das ist ein großes Thema, in Salzgitter ist es vergleichsweise ein noch größeres als anderenortes. Warum? Ganz einfach: Hier geht es darum, Entwicklungsfragen gleichermaßen für urbane wie für ländliche Bereiche zu beantworten. In diesem Punkt sehe ich einige Defizite der Vergangenheit – umso genauer müssen wir hier schauen, wie wir unsere Stadt entwickeln wollen, denn Stadtentwicklung entscheidet darüber, wie wir hier in der Zukunft leben. Für mich ist das größte Pfund, mit dem diese Stadt in diesem Bereich wuchern kann der Salzgittersee!

Das Wahlprogramm – kurz und knapp:

  • Salzgitter ist beides – Stadt und Land. Das bietet besondere Chancen, wenn wir
    • die Dörfer nicht abhängen (weder im Süden noch im Norden),
    • allen Ortsteilen und engagierten Ortsräten schnellen und unkomplizierten Zugang zum Rathaus verschaffen.
  • Salzgitter als Wohnstadt für den kleinen wie für den mittleren und großen Geldbeutel. 
    • Mehr Vielfalt, mehr Auswahl, mehr Experimente! Zum Beispiel mit klimaneutralen Sanierungsprojekten in Zusammenarbeit mit Partnern.
    • Mehr Kreativität, mehr Bewegung durch gemeinschaftliche Entwicklung im politischen Prozess ausgewählter Quartiere – nicht unbedingt durch Geld getrieben, viel eher durch den Willen, gemeinsam etwas zu erreichen.
    • Vorbildliche Entwicklung von Neubaugebieten (hier braucht Salzgitter unbedingt ein wachsendes Angebot für junge Familien – gerne darf man natürlich über ein „Wo“ und „Wie“ streiten). 
    • Sozial aufsteigende Familien, die ein Eigenheim suchen und bauen wollen, dürfen nicht länger abwandern. 
    • Das heißt am Ende: Mutiger planen und in Baugebiete investieren, Aufkauf, kreative Sanierung (z.B. Zusammenlegung von Wohnungen) oder oder Abriss von Leerstand, um dort Neues entstehen zu lassen – zum Beispiel mit Bauplätzen. Zudem: Schneller entscheiden, noch schneller genehmigen und engagiert umsetzen, außerhalb der Vorranggebiete prüfen, Baulückenprogramme für alle Ortsteile um damit Menschen hier zu halten und den Zuzug aus der Region zu fördern.
  • Ein zentraler Punkt der Stadtentwicklung wird ein Baulückenprogramm sein, das in allen Stadtteilen und für alle Stadtteile wirksam nach Möglichkeiten sucht. 
  • Leerstand? Leerstand! Hier kommt die Kampfansage an die Abwohnpolitik, die Investoren (Heuschrecken) in mindestens drei Stadtteilen betreiben. Es ist an der Zeit, Alarm zu schlagen – und gleichzeitig alle Ideen zu sammeln, wie wir weiteren Wohnungs-Leerstand und Verrottung vermeiden!  
  • Bezogen auf Stadtentwicklung ist der Salzgittersee das entscheidende Kapital der Stadt. 
    • Den See noch stärker in ganz Salzgitter verankern – als DAS Naherholungszentrum zum Beispiel… 
      • …mit der besten und schönsten Inline-Skating-Strecke rund um den See,
      • …der Einrichtung weiterer Sport, Kultur und Freizeitmöglichkeiten rund um die Eissporthalle – 
        • zum Beispiel Ganzjahresöffnung der Halle auch für Rollschuh- und Indoor-Radsport (Blaupause Geisingen),
        • Skatepark, Trainings-Track, 
        • neue Badestellen,
        • Bespielung der stiefmütterlich behandelten Bühne auf der Wiese am Westufer – 
        • der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!  
      • …einer Wiederbelebung der Open-Air-Festivals auf der Insel: Salzgitter- statt Allersee bliebe hier nur anzumerken! Ziel: Die Insel wird für Veranstaltungen mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet, um zur größten Open-Air-Arena in Südost-Niedersachsen zu werden.
    • Eine direkte Seebebauung darf es nicht geben (Stichwort: Die ufernahe Umwanderung bleibt gesichert! Es wird keine privaten Grundstücke direkt am See geben).
    • Für den See also: Noch mehr Ideen! Noch mehr Naherholung! Noch mehr Mut zur Planung! Auch hier lohnen Blicke über den Tellerrand: Gelungenes Beispiel könnte Jönköping sein…
    • Das Thermalsolbad hat das Zeug, zum touristischen Magneten zu werden, wenn wir bereit sind, groß zu denken (Blick über den Tellerrand: Therme in Aibling).
  • Wir brauchen Ideen für die Innenstädte von Bad und Lebenstedt – keiner hat hier Patentrezepte. Aber wir können mit allen sprechen, wenn wir die Innenstädte aufwerten wollen. Angesichts des Aufwinds für den Online-Handel ist das absolut keine leichte Aufgabe. Was man sagen kann: Moderne Planung in vielen der besonders zukunftsfähigen Unternehmen nutzt die Kraft so genannter „Design-Sprints“. Warum also nicht neue Ideen auf diese Weise sammeln – unter möglichst vielfältiger Beteiligung aller Interessengruppen.
  • Eines ist aber sicher: Innenstädte werden sich wandeln. Wir brauchen daher zeitnah neue Konzepte für unsere Innenstädte. Die Innenstädte sollen multifunktionaler, grüner, lebhafter und spannender werden. Ein Mix aus Handel, Wohnen, Arbeiten, Kultur, Gastronomie und Freizeit wird die Innenstadt zukünftig prägen. Warum nicht kulturelle Erlebnisräume, Co-Working-Spaces, Fassadenbegrünungen oder Handy-Ladestationen im Zentrum? Es sind Konzepte für eine multifunktionale und nachhaltige Innenstadtnutzung zu entwickeln, um auch auf zu erwartende Förderprogramme vorbereitet zu sein und gemeinsam unsere „Innenstädte der Zukunft“ zu bauen.  
  • Wichtig zudem: Wie machen es andere, wer hat in Europa ähnliche oder sogar gleichwertige Herausforderungen. Mit denen sollten wir das Gespräch suchen!
    • Für die Leerstände in SZ-Bad hat es schon einige Anläufe gegeben. Bad bleibt der Ortsteil zum Schlafen und Leben (aber nicht mehr zum Einkaufen und Shoppen (Einkauf mit Erlebnischarakter)). Was immer geht, ist gutes Essen. Warum also nicht 
    • den Klesmerplatz mit Anschubförderung (Miete für das erste Jahr, Ankauf von Immobilien um als Vermieter flexibel zu sein) zu einem führenden gastronomischen Zentrum in der Region machen.
    • Solche Pläne brauchen natürlich die Kooperation der Alteigentümer.
    • Solche Ideen zeigen übrigens, wie alles zusammenhängt: Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Mobilität. Nur dann, wenn man auch nach 23.00 Uhr aus dem Lokal in Bad (nach zwei Bier oder einer Flasche Wein) mit dem Bus zügig nach Hause fahren kann, wird es gelingen, auch  Lichtenberger zum Essen in den Süden zu locken! 
  • Stadtentwicklung ist nur möglich, wenn alle zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Natürlich darf und muss sogar um beste Lösungen gerungen werden, aber das große Ziel, Salzgitter zu „entwickeln“ darf nie aus den Augen kommen.

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