Weg und Motivation

Salzgitter ist vielseitig, anders, ungewöhnlich und bunt. Das reizt mich! Denn das passt zu mir. Ich habe nach einer klassischen journalistischen Ausbildung in und für viele Branchen gearbeitet, kenne mich in großen Unternehmen aus Chemie und Pharma (BASF, Merck, Boehringer Ingelheim, Roche Diagnostics), Maschinenbau (ABB), Software und IT (SAP, Microsoft, hp, Compaq) aus und habe in vielen Projekten Verantwortung für zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen. Parallel zu einer über zwanzigjährigen sehr erfolgreichen selbständigen Tätigkeit als Journalist, Autor, Hörfunkreporter, Fernsehmoderator, Kommunikationsberater und Wirtschaftsfilmproduzent habe ich Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen studiert, in Dortmund am Institut für Journalistik meinen Doktor gemacht und schließlich an der Leipziger Universität nicht nur über viele Jahre Vorlesungen gehalten und Seminare gegeben, sondern auch über ein Jahr hinweg eine Professur vertreten und mich habilitiert. 

Im Wissenschaftsbetrieb ist das fraglos eine Auszeichnung. Der Kontakt zur Universität und zur Wissenschaft war mir immer wichtig – so habe ich zwei Seiten kennenlernen dürfen und bin nie aus dem Lernen gekommen. Das nämlich halte ich für eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir jungen Menschen mitgeben müssen. Den Spaß am Lernen, an der Veränderung, Erweiterung, am Wachsen nie zu verlieren. So gesehen bin ich ein Lerntyp. 

Alles, was für meinen Lebensweg wichtig ist, findet sich in Kurzfassung auf Wikipedia – und ausführlich auf der Website meiner Professur an der Ostfalia: https://komma.ostfalia.de

Dass ich in Salzgitter gelandet bin, ist der Initiative der Fakultät Karl-Scharfenberg an der Hochschule Ostfalia und ihres damaligen Präsidenten Wolf-Rüdiger Umbach zu verdanken. Für den Aufbau des Standortes Salzgitter im Bereich Medien hat die Hochschule nicht nachgelassen und immer wieder angefragt, ob ich mir nicht doch vorstellen könnte, nach Salzgitter zu kommen. Mehr als drei Jahre hat es gedauert, dann hatten die Salzgitteraner mich überzeugt. Ich habe den Schritt nie bereut, und das, obwohl ich in der Region Rhein-Neckar fest verwurzelt und schließlich sehr erfolgreich tätig war. Das große Erlebnis war, dass ich mich mit knapp über 40 Jahren noch einmal vollständig neu erfinden durfte. Dabei konnte der Faktor Einkommen und Geld kein treibender Faktor sein – denn dann hätte ich meine Selbständigkeit nie aufgeben dürfen.

Nun war ich also in Salzgitter gelandet – und werde seitdem immer wieder gefragt, warum ich die schöne Bergstraße und Heidelberg gegen den niedersächsischen “Underdog” getauscht hätte. Ich habe diese Frage von Anfang an nicht verstanden. Denn Salzgitter hat viel zu bieten – und ich lebe ohne Wenn und Aber sehr gerne hier.

An der Ostfalia in Salzgitter habe ich ungeheure Unterstützung erfahren. Wir haben es geschafft, im Fachhochschulentwicklungsplan des Landes Niedersachsen eine bedeutsame Rolle zu spielen – und dort, wo ich 2009 als Einzelkämpfer mit dem Studiengang Medienmanagement begonnen habe, sind heute insgesamt acht Professuren eingerichtet und drei sehr erfolgreiche Studiengänge etabliert. Wir können ohne Zögern sagen: Salzgitter zählt im Norden zu den bedeutendsten Kommunikations- und Medien-Hochschulen. Und wir, das haben wir uns vorgenommen, werden weiter wachsen. Dabei geht das Konzept gut auf, Studierenden möglichst viele Wahlmöglichkeiten und Freiheiten zu lassen – und ihnen neben attraktiven Bachelor- auch zielführende Masterstudiengänge anzubieten. Heute bin ich nicht nur Senator der gesamten Ostfalia mit ihren vier Standorten sondern auch Forschungsbeauftragter der Fakultät und Studiengangskoordinator für den Masterstudiengang im Medienbereich, ich darf die Professur mit dem höchsten Drittmittelaufkommen an der Fakultät einnehmen und habe ein phantastisches Team um mich.  

Natürlich hat man als Wissenschaftler an einer Fachhochschule wie der Ostfalia eher einen internationalen Forschungs- und Projektfokus. Viele Publikationen, die an meiner Professur entstehen, sind auf englisch verfasst und erfüllen die Standards internationaler Fachzeitschriften. Wer mehr wissen will – für den sei hier auch noch einmal auf die Website der Hochschule https://komma.ostfalia.de verwiesen.

Dass ich als Oberbürgermeister in Salzgitter kandidiere, ist der SPD-Fraktion und den Verantwortlichen im Unterbezirk zu verdanken. Die eingerichtete Findungskommission ist auf mich zugekommen. Ja, ich kann mir das heute vorstellen, als Oberbürgermeister diese Stadt zu führen, denn ich bin ein Gestalter. Das würde Salzgitter gut tun, denn das, was ich aktuell wahrnehme, ist eher Verwaltungsorientierung. Deshalb lautet einer meiner Wahlsprüche: Gestalten statt verwalten! Mir war es nur wichtig, parteilos zu bleiben – denn ein Oberbürgermeister muss für alle Seiten, für alle Gruppierungen, für alle gesellschaftlichen Kräfte ansprechbar sein!

In der Vergangenheit habe ich nicht nur für große Unternehmen – sondern auch für Regionen und für Großstädte gearbeitet. Mit Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz habe ich für die und in der Stadt Mannheim ein richtungsweisendes Projekt umgesetzt, indem wir die Dezernate in die öffentliche Kommunikation und den Dialog mit den Bürgern unmittelbar eingebunden haben. Die Stadt hatte dann ein multithematisches Nachrichten-Büro. Für den Raumordnungsverband Rhein-Neckar habe ich über viele Jahre hinweg als Berater gearbeitet, die Region Rhein-Neckar durfte ich im Team der erfolgreichen BioRegion-Bewerbung begleiten, die Stadt Viernheim auf dem Weg zur
“Brundtlandstadt”, eine internationale Auszeichnung, die besondere Klimafreundlichkeit ausweist, besonders intensiv habe ich im Marketing der Initiative Rhein-Neckar-Dreieck – und zwar von Beginn an – mitgearbeitet, wir haben Konzepte entwickelt und mit unseren regionalen Erfolgsgeschichten auch Geschichte geschrieben. Vielleicht ist auch erwähnenswert, dass ich eines der historisch bedeutsamsten Kongresszentren über viele Jahre hinweg kommunikativ begleitet habe. Nach wie vor halte ich m:con in Mannheim als Tochterunternehmen der Stadt mit seinem internationalen Fokus für einen besonderen und außergewöhnlichen Kongressveranstalter. Das Kongresszentrum selbst ist europaweit richtungsweisend in Konzeption, Architektur und Ausbau. 

Auch mit Blick auf die Kommunalverwaltung bin ich also nicht ganz unbeleckt. Aber generell vertrete ich die Auffassung, dass an der Spitze einer Stadtverwaltung jemand stehen muss, der Ideen hat, der weiß, wie Kreativität geschrieben wird, der aktiv handelt und Probleme mutig anpackt. Verwaltungsexpertise muss es auf den folgenden Ebenen geben – bei Fachdienstleitungen und deren Mitarbeitenden. Auch die Dezernenten in einer Großstadt brauchen viel mehr Vorstellungsvermögen und, ja, auch ein wenig visionäre Kraft. Zu viel Problemorientierung verhindert große und zielführende Lösungen.

Was ich mir für Salzgitter wünsche? Ganz einfach, dass wir gemeinsam die großen Fragen dieser Stadt angehen. Wer mehr zu meinem Wahlprogramm wissen will – klickt sich durch die Bereiche auf der Website hier.